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28 December 2007 @ 03:53 am
Survivor - Das Grauen aus dem Eis  
Survivor... Mhhhh... Wo fang ich da an? Am besten mit ein paar Erinnerungen, die ich hatte, den ich kannte diesen Film und kaufte ihn trotzdem. Auch der spontan angedrohte Selbstmord Alaxes brachte mich nicht dazu, meine Bestellung bei einem bekannten Internetversand zu stornieren. Aber wie kam es dazu, dass Alaxes sich spontan umbringen wollte? Die Antwort ist einfach, auch sie erinnerte sich an diesen Film und ihre Erinnerungen glichen erstaunlicherweise den Meinen. Da war etwas mit einem furchtbar verwackelten Monster, dass nach und nach die Besatzung einer Bohrstation in der Arktis meuchelt und irgendwie war in uns Beide der Hinweis eingebrannt gewesen, verdammt schlechter Film. Ich überhörte die innere Stimme die nein schrie, als ich meine Bestellung abschickte und da der Film nicht mal 6 Euro gekostet hat, dachte ich mir, so groß würde der finanzielle Schaden nicht sein und da ich seit Bos vs. Python so etwas wie Seelenheil nicht mehr besitze, war auch dieses nicht in Gefahr. Nach einigen Verzögerungen seitens des Internetversandes kam die DVD schließlich bei mir an, wo sie einige Tage rum lag, denn da war sie wieder, diese innere Stimme, die mich schon vor so vielen Filmen gewarnt hatte und meistens recht gehabt hatte, doch auch irgendwann überwand ich auch das und ich schmiss den Film ins Laufwerk und war überrascht, meine Erinnerung machte den Film schlechter, als er tatsächlich war, was den Film allerdings nicht davon abhielt trotzdem schlecht zu sein... Weiter geht es nach der Linie




Inhalt:
Der Film fängt damit an, dass man ein Raumschiff sieht, das auf der Erde “landet”, die selber noch als Lavaball durch das Weltall wabbert und irgendwelche Kugeln, die aussehen wie Morgensterne, verteilt. Doch wird das Schiff durch einen Vulkanausbruch versenkt.


Das Alien (rechts im Bild) ist genervt, ist es gerade in einem Lavastrom ein paar Milliarden Jahre vor der eigentlichen Handlung versunken und ahnt bereits das es lange dauern wird. Mit seinem kritischen Blick in die Kamera vermittelt es dem Zuschauer überings, die ADAC Mitgliedschaft immer rechtzeitig zu verlängern, halt bevor man in einem Lavastrom festsitzt und merkt das die Mitgliedschaft im intergalaktischen Raumschiff Club abgelaufen ist.


Die Arktis (denn genau dort ist das Raumschiff), unendliche Schnee- und Eislandschaften, die letzte unberührte Natur auf unserem Planeten, oder? Nein, den eine kleine Bohrstation (die zufällig an der Stelle bohrt, wo das Raumschiff ist) im ewigen Eis und deren Crew, die regelmäßig spazieren geht und die unberührte Natur antatscht, wo sie nur kann, hat dieses Bild bereits zerstört. Die Bohrstation wird von einer profitorientierten Firma betrieben, die hofft dort auf Öl zu stoßen und die dazu den leistungsstärksten Bohrer hat, der in Tiefen vordringen kann, wo noch nie ein Bohrer gewesen ist und wo es Mutter Erde so richtig zwickt. Einen Namen trägt diese Station auch noch und zwar Morpheus 1 und deren Crew, wie schon erwähnt, irgendwie seltsam ist. Es ist eine Ansammlung aller möglichen arten von Außenseitern und da, wie wir inzwischen ja schon oft genug erzählt bekommen, verwundert es irgendwie so keinen, das man anstelle eines bösen Aliens, erst einmal einen Kollegen des Amoklaufs bezichtigt.
Aber bevor das Alien zur lustigen Meucheljagd (a lá zehn kleine Klischee sterben nicht besonders kreativ) bläst, muss es natürlich erst einmal geweckt werden und bevor das Alien aufgeweckt wird, muss natürlich erst einmal die neue Geologin, denn die Natur wird nicht nur zerstört, sie wird auch erforscht (um sie besser bekämpfen zu können), auf die Station kommen, die dem Boss auf der Station, Überraschung (?), nicht unbekannt ist und so fängt schon vor dem “Grauen” das “Übel“, in Form der zwei Hauptcharaktere, die sich ständig wegen irgendwas anzicken, nur weil sie mal verheiratet gewesen sind und einen gemeinsamen Sohn haben, an.


“Hätt’ ich dich heut erwartet, hätt’ ich Kuchen gemacht... Kuchen gemacht... Kuchen gemacht...” “Komm hör auf zu lügen, du kannst gar nicht backen.” Immer dieses posteheliche Rumgezicke, geht nach fünf Sekunden wirklich auf die Nerven...


Nach und nach werden uns alle Charaktere nahe gebracht und das gar nicht mal so schlecht gemacht und schon etwas ungewöhnlich, Klischees mit Hintergrund hat man nicht oft. Da hätten wir zum Einen, die Frau, die auf keiner Bohrstation fehlen darf und täglich mehr als nur einen Mann steht, abgesehen davon das sie sehr religiös ist, das halbe Kind, das die ganze Zeit laut Musik hört und vor der Gesellschaft flieht, den alten Bohrstationenveteran, der wie eine Vaterfigur für das halbe Kind ist, den Technikfreak, der tausend bessere Stellen hätte antreten können, den, von Minderwertigkeitskomplexen behafteten, Arzt, von allen Doc genannt und so weiter und so fort, also wenn es Bohrstationenlischees gibt, dann sehen sie so aus.
Nun ist es aber auch an der Zeit, das Alien aufzuwecken, das die Milliarden Jahre in seinem Schiff “überwintert” hat und es ist nicht besonders gut gelaunt. Ganz ehrlich wer wäre schon gut gelaunt, wenn plötzlich ein riesiger Bohrkopf durch die Decke kracht und einen aufweckt? Die Protagonisten dieses Films bekommen nur mit, das der Bohrer plötzlich kaputt ist und das so ein komischer blauschimmernder Schleim aus der Tiefe hoch gepumpt wird, der alle Wunden und anderweitige Wehwehchen heilt, sehr zur Freude des Docs, der urplötzlich arbeitslos geworden ist. Doch passiert sehr schnell der erste unschöne Mord (ja, es gibt auch schöne Morde z. B. in der Cube Eröffnungsszene, ich schreie jedes Mal aufs Neue Ihhhh! >.<“”). Völlig zu Unrecht gerät dieses nette und durch und durch sympathische Kerlchen unter Verdacht:


Nein, der tut doch nichts! Der will nur spiel... ähm spinnen....


Doch nach dem man dann seine Leiche findet, wird er wieder rehabilitiert. So langsam dämmert der sogenannten Restcrew (variiert in der Menge der Mitglieder und geht gegen null), dass dort irgendetwas ist, das Jagd auf sie macht. Zwischendrin kommt dann auch noch ein weiteres Klischee auf die Bohrstation in Form der Führungskraft der Mittelebene kurz dem Chef, welcher mit einem rettenden Helikopter ankommen ist, der aber schon wieder weg ist, bevor man sich retten könnte. Denn das Alien ist nicht doof, die Restcrew ist inzwischen von der Außenwelt abgeschnitten, da es sämtliche Kommunikationsmittel zerstört hat. Man beschließt auf Motivsuche zu gehen, warum ist das Alien ein wahnsinniges Alien, das gerne Menschen tötet? Wurde es auf seinem Heimatplaneten gemobbt? Hörte es beim Eintritt in die Atmosphäre Heavy Metall? Als ob ein riesiger Bohrerkopf in der Decke nicht Grund genug wäre... Aber alles Rätsel raten nützt nichts, also muss sich der weibliche Hauptcharakter in den Bohrschacht abseilen und im Raumschiff ein bisschen panisch rum gucken, nur um ein paar wahnwitzige ähm wahnsinnige Informationen mit hoch zu bringen. Zwischendrin gibt es immer mal wieder pseudo- tiefgründige Gespräche, nach dem Motto:
“Ich habe meinem Vater nie genügt... Alles was ich wollte ist einen anerkennenden Blick, doch ich bin genau das was er hasst....”
“Ist das alles von was Sie träumen?”
(Ohja! Anerkennung von den Eltern, ist wirklich das Überflüssigste, was ich sich ein Mensch wünschen kann....) Und immer mal wieder einen Toten zu beklagen, bis zum Schluss die drei ultimativen Helden übrig bleiben und ich muss zu geben, dass die Zahl Drei für die Überlebenden schon irgendwie ungewöhnlich ist.

Spoiler:
Also wie geht die ganze Schose jetzt eigentlich aus und was hat es mit dem völlig verfrühten Besuch des Aliens auf sich? Die eigentliche Grundidee, auf die der Film beruht, ist eigentlich gar nicht mal so dumm und ist mir persönlich auch erst später wieder begegnet: Das Alien ist eine art Züchter, es soll Menschen züchten, die später als Nahrung dienen sollen, die “paar” Millionen Jahre die es dazu braucht, bis die Menschheit “fertig” ist, scheint kein Problem für die Aliens darzustellen. Doch auf der Erde konnten sich die Menschen viel zu weit entwickelt (vorgesehen war eine Entwicklung bis zur Jungsteinzeit), da das Alien verschüttet wurde. Nachdem Auferwecken verfolgt unser extrateerestischer Züchter seinen ursprünglichen Plan und fällt dabei ganz schön auf die Nase (mit einer Dynamit Füllung inklusive). An sich eigentlich eine ganz nette Idee, bloß leider mehr als fragwürdig umgesetzt. Ach ja bevor ich es vergessen, die drei Überlebenden *bitte Trommelwirbel denken* sind: Die beiden Ex-Eheleute, die sich am Ende natürlich wieder ganz dolle lieb haben und (Überraschung) der Doc, der aber am Ende mehr Statist ist, als alles Andere, siehe vorletzte Szene: der Boss liegt tot oder auch nur verdammt schwerverletzt am Boden und der Arzt steht nur dumm in der dunklen Ecke, fast außerhalb des Bildes rum......

Fazit:
Ich sollte anfangen auf meiner innere Stimme zu hören, obwohl sie im Falle Survivor, doch ein bisschen übertrieben hatte und ich schätze auch mein Artikel stellt den Film ein bisschen zu negativ da. Für wen ist dieser Film zu empfehlen? Na ja für alle die gerne mal einen trashigen B-Movie aus dem Sci-Fi Genre sehen und da der Film preisliche gesehen schon fast auf dem Grabbeltisch liegt, ist es nicht ganz so schlimm ihn zu kaufen... Nur öffentlich zu geben sollte man diesen Besitz des Filmes nicht unbedingt.... *DVD liebevoll in den Mülleimer kickt*

Da fehlt doch noch was?
Ja, hier fehlt tatsächlich noch was...


“Ich bin gar nicht da....” Der Doc (David Hewlett)


Nun dürfte alles geschrieben wurden sein...... Nein kleiner Nachschlag, trotz des B-Movie-Charakters dieses Filmes, spielt David Hewlett den tollpatschigen, unsicheren und verhuschten Trottel zu überzeugend, dass der Film um so einiges aufgewertet werden kann, vorrausgesetzt man ist Hewlett Fan.

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